Donnerstag, 26. März 2015

*Rezension* Eat & Run von Scott Jurek

Ich weiß nicht recht, wie ich diese Rezension beginnen soll. Viele Eindrücke sind mir aus dem 318-Seitenstarken Buch geblieben. Das Buch "Eat & Run" von und über Scott Jurek.

"Scott wer?" fragt ihr euch? Scott Jurek – veganer Ultramarathonläufer (Ultraläufe sind alle Läufe, die über die Marathondistanz von 42,195 km hinaus gehen) aus den USA. Andere schreiben über ihn, dass er einer den weltbesten Ultraläufer war/ist. Er wurde beispielsweise von der Runners World (englische Edition) zu den Top 8 Greatest Runners of All-Time gewählt. Seine Siege in zahlreichen Ultramarathonrennen sind Grundlage für diese und weitere Auszeichnungen. Ich habe eigentlich immer nur am Rande von so einem Buch gehört, das wirklich interessant ist - mir sagte auch nur der Buchtitel etwas, aber nicht der Mensch dahinter. Und so begann ich zu lesen.

Bereits in den späten Schuljahren begann Scott Jurek mit dem Lauftraining, um im Sommer für den Skilanglauf Ausdauer aufzubauen. In den ersten Kapiteln wird immer wieder betont, wie schwer Jurek es in seiner Kindheit hatte – arme Familie, kranke Mutter, kein verständnisvoller Vater. Und TROTZDEM hat er es an die WELTSPITZE geschafft. Das wirkte auf mich ehrlich gesagt nicht wirklich sympathisch. Ich war richtig verwirrt - auf den Fotos sieht Jurek total sympathisch und nett aus und in diesen ersten Kapiteln wirkt er überhaupt nicht so. Ich finde es ehrlich gesagt auch irgendwie komisch, wenn sich jemand selbst als Weltbester Ultramarathonläufer bezeichnet. Erst dann schaute ich mir das Cover des Buches genauer an und las den gesamten Titel: "Eat & Run -  Mein ungewöhnlicher Weg als veganer Ultramarathonläufer an die Weltspitze". Mhhh, da mich sein Weg trotzdem sehr interessierte und ich aber auch wissen wollte, warum so ein Hype um ihn gemacht wird (das Buch "Born to Run" machte ihn scheinbar berühmt - das steht dann als nächstes auf meiner Liste), las ich weiter.

Mit seinem Schulfreund Dusty Olson lief Jurek immer länger und weiter und startete schließlich, durch Dusty's Anregung hin, am College an seinen ersten Ultra. Nach seinem ersten Ultra, bei dem er gegen Dusty das erste Mal gewann, wie er selbst schreibt, packte ihn die Leidenschaft und er nahm an weiteren Ultramarathons teil – und gewann und gewann. Bei fast allen dieser extrem langen Läufe war Dusty Olson sein "Hase", Pacemaker, Tempomacher, Motivator. Die meisten Kapitel beschreibt Jurek eigentlich "nur" wie die Läufe für ihn verlaufen sind. Meist leider nach dem gleichen Schema - er startet, hat ein Problem (andere schnelle Läufer, Verletzung, psychische Probleme, Dehydrierung etc.), überwindet dieses tiefe Loch und gewinnt.
Es ist ein bisschen schade, weil es mehr wie eine Aneinanderreihung seiner größten Erfolge wirkt. Über den Menschen "Scott Jurek" erfährt man leider nicht sooo viel. Beispielsweise habe ich mich im Laufe des Buches gefragt, wie seine Ehe das aushält, dass er so viel unterwegs ist und ständig läuft. Erst dann bemerkte ich, dass Jurek mit einem Ghostwriter zusammen gearbeitet hat. Das erklärte für mich einiges und ab da las ich das Buch anders.

Jurek lebt seit 1997 vegetarisch und seit 1999 vegan – da war er 26 Jahre jung. Er beschreibt in dem Buch neben seinen ganzen Läufen auch, wie er sich in der Ernährung erprobt hat und welche Lebensmittel ihm beim Laufen gut tun.  So endet jedes Kapitel auch mit einem Rezept. Eins davon, das Winter-Chili auf Minnesota Art habe ich bereits getestet und kann sagen, dass es echt lecker ist. Allerdings haben die 4-5 Portionen bei uns Vielfraßen nur für drei gereicht :-D



Jedes Kapitel beginnt mit einem Motto bzw. einem passenden Zitat:


Ebenfalls beinhaltet jedes Kapitel eine "Lehreinheit" - beispielsweise über die Haltung, die Atmung oder wie man eben ein mentales Tief beim Laufen überwindet. Man lernt zudem, dass man einfach den Kopf ausschalten und weiterlaufen sollte. Jurek läuft auch mit Verletzungen und Schmerzen - der Körper ist stärker als man denkt. Und genau das möchte ich auch mitnehmen – das Zwicken im Knie ignorieren und einfach weglaufen, mich nicht mehr verrückt machen, wenn es nicht ganz rund "läuft".


Ich bin froh, dass ich das Buch gelesen habe, denn es ist wirklich erstaunlich, was dieser Mensch erreicht hat. Ich möchte jetzt zwar keinen Ultramarathon laufen, aber ich möchte weiter laufen. Und da muss ich sagen, dass Jurek's Buch wirklich motiviert. Der eigentliche Held in diesem Buch ist für mich aber auch Dusty Olson, der für seinen Freund immer alles stehen und liegen lässt, um ihn bei einem Rennen zu unterstützen. Da wird wieder deutlich, dass Laufen eben nicht unbedingt ein einsamer Sport sein muss.




















*Das Buch wurde mir freundlicher weise vom Random House Verlag zur Verfügung gestellt. Danke! 

Dienstag, 24. März 2015

Vegan Wednesday #134 - hier wird gesammelt!

Hallo liebe vegan Wednesday-Gemeinde! Der Vegan Wednesday #134 steht morgen bevor und ich bin mal wieder an der Reihe und darf eure Beiträge sammeln und aufs wöchentliche Pinterestboard pinnen.

Für alle, die vom vegan Wednesday bisher noch nichts gehört haben: Wir wollen mit dieser wöchentlichen Aktion auf die vegane (Alltags-)Vielfalt aufmerksam machen - das können fancy Overnightoats, trendigy grüne Smoothies oder auch stinknormale Stulle mit "Butter" sein - wir wollen sehen, was euch durch den Alltag bringt! Einzige Bedingung: alle Zutaten müssen vegan sein!

Uns erreichten schon fragen, ob man auch als Nicht-Veganer mitmachen kann. Und wir sagen "ja klar"! Du musst keinen Vegan-Blog haben oder vegan leben, ABER dein Post zum Vegan Wednesday sollte rein vegan sein.

Wie funktioniert das Ganze nun? Am besten du fotografierst einen ganzen Tag lang das, was du an Veganem gegessen hast. Dann schreibst du darüber einen Blogbeitrag auf deinem Blog und hinterlässt den Link zu deinem Beitrag hier unter diesem Post in einem Kommentar. Schon landest du auf dem wöchentlichen Pinterestboard.

Nun habt ihr also bis Samstagabend Zeit, euren Beitrag zu veröffentlichen und den Link hier unten zu hinterlassen - ich freue mich! :-)

Sonntag, 22. März 2015

Rennsteigtraining Woche 6 bis 8 oder: was man noch alles machen kann

Wie ihr ja wisst, habe ich einige vermeintliche Probleme mit meinem Knie und dem Bluthochdruck derzeit noch zu durchlaufen (wobei ich hoffe, dass ich bei beiden Geschichten nächste Woche spätestens Entwarnung geben kann). Wie sagte mir jemand vor kurzem? "Man ist so lange gesund, bis man zum Arzt geht" - ein weiser Satz wie ich finde.
Noch mehr Weisheiten hole ich mir gerade in der Theorie - wenn ich schon nicht wirklich laufen kann, dann lese ich eben über's Laufen! Und zwar lese ich gerade (unter anderem) "Eat & Run" von Scott Jurek (Rezension folgt bald!).

Aber von meinen kleinen Wehwehchen will ich jetzt gar nicht genau schreiben - vielmehr soll es ja jetzt kurz um meine letzten Trainingswochen für den Rennsteig gehen.

In Trainingswoche 6 schaffte ich nur zwei der drei Laufeinheiten - die zweite davon mit Knieschmerzen. Deswegen gab es in der 7. Trainingswoche nur eine kurze Laufeinheit. Gefrustet davon nahm ich den Rat meines "Trainers" an und suchte eine Alternativsportart und ging in die Schwimmhalle. Ich kann zwar nur Hundepaddeln und Brustschwimmen, aber damit schafft man ja auch ein paar Bahnen. So ging in in Woche 8 ins Schwimmbad. Dabei schmerzte mein Knie zwar ganz leicht, aber danach fühlte es sich viel besser an! So wagte ich es zu einem kurzen Lauf am nächsten Tag - schmerzfrei!


Am nächsten Tag beim Yoga tat mein Knie aber wieder weh, also ging es vor dem Wochenende noch einmal Schwimmen. Seitdem habe ich auch mit einem Krafttrainingsprogramm begonnen: und zwar dem dreimonatigen Bootcamp im Sunyard Pilates Club. Mein erster langer (langsamer!) Lauf (100min) lief sich dann tatsächlich schmerzfrei! 
So nahm ich mir für Trainingswoche neun, die heute nun zu Ende geht, wieder meine drei Laufeinheiten vor - inklusive Intervalltraining! Und ich muss sagen - ich bin zufrieden! Nicht gerade von meinen Zeiten, aber dass ich schmerzfrei laufen kann!
Die erste Laufeinheit war ein lockerer Lauf. Beim Intervalltraining standen drei 8-Minuten-Intervalle an - bei den letzten beiden habe ich auch noch einen ordentlichen Berg im Intervall gehabt. Den Abschluss machte dann heute ein langer Lauf - der längste für mich bisher. Im Plan standen 120min und die habe ich geschafft. Etwas zu langsam (im Plan stand eine Pace von 7:45 und ich lief im Schnitt 7:48), aber ich bin trotzdem zufrieden! Ich bin jetzt 15km gelaufen - die letzten sechs Kilometer zu einem Halbmarathon sind in dem Tempo auf jeden Fall auch zu schaffen! I'm back on track!


Samstag, 21. März 2015

Vegan Wednesday #133

Die Wochen vergehen viel zu schnell... ich befinde mich in Woche 9 meiner 16 Trainingswochen für den Rennsteig und eigentlich sehen die Tage fast alle ähnlich aus, was das Essen betrifft. Deswegen und auch wegen meinem kleinen persönlichen Frust, den ich dank des Arztmarathons schieb (bei dem aber zum Glück ein Ende in Sicht ist!!!), war es hier etwas ruhig. Nun melde ich mich zurück aus der Versenkung!
Zum Einstieg ein kleiner Eindruck von meinen vegan Wednesdays der letzten Wochen: Morgens gab es aufgrund der #letsbesmooth2015 Challenge mit Elisa von Vegan and Happy einen grünen Smoothie.



Wenn ich für einen selbstgemachten grünen Smoothie keine Zeit (oder keine Lust auf den Abwasch danach) hatte, habe ich etwas Neues, ganz Leckeres für mich entdeckt: Frühstückszeug von Davert! Ich hab jetzt eine Packung Hafer vertilgt - ich mixe mir die Packung immer mit einer Milchalternative - z.B. Mandel- oder Haferdrink und dazu kommt dann noch frisches Obst wie Äpfel und Nüsse.

Für die Mittagspause habe ich mir dann entweder Resteessen mitgenommen oder mir einen Salat geschnippelt - darin landet dann immer recht viel: Salat (Feldsalat, Ruccola, Postillion...), Mais, Gewürzgurken, Tomaten, Kichererbsen, Sauerkraut, Naturreis, Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Radieschen, Kohlrabe und dieser leckere Tofu von Nagel, den man fast für Schafskäse mit Kräutern halten könnte :-D


Abends wurde dann entweder gekocht oder es gab "normales" Abendbrot mit Brot, Aufstrichen und vor allem jede Menge Hummus. Ist eigentlich noch jemand ausser mir nach diesem geilen Hummus von Bio Verde süchtig??? Ich könnte den LÖFFELN! Ich hab allerdings auch gemerkt, dass Hummus und Proteinpulver (im Smoothie) zu viel Protein für mich ist - bzw. hat das meine Haut gemerkt.. ;-)

Mittwoch, 11. März 2015

5 Tage Saftfasten mit dem Fastenkasten von Voelkel

Nun ist es soweit - Elisa von Vegan and Happy hat die fünf Tage Saftfasten mit dem Fastenkasten von Voelkel echt durchgezogen und es geschafft! Wie es ihr dabei erging, welche Säfte ihr geschmeckt haben und ob Sie Hungergefühl oder Kopfschmerzen hatte, berichtet sie in ihrem Beitrag hier - vielen Dank für deine Erfahrungen, liebe Elisa! 

Ein herzliches und happy Servus von der jungen, quirligen und mitreißenden Elisa ;-) Auch für mich ist nun das Saftfasten vorbei, wobei Regina bereits erwähnt hatte, dass wir eine sehr abgeschwächte Form davon gemacht haben. Bei mir gab es morgens immer ein Glas Sauerkrautsaft, vormittags auf Arbeit meinen obligatorischen Green Smoothie für unsere Challenge, mittags dann eine große Schüssel Salat und danach gab es nur noch Saft.


Für alle Interessierten hier mal kurz der „normale“ Ablauf vom Saftfasten mit dem Fastenkasten von Voelkel:

  • 1. Fastentag: gründliche Darmreinigung durch entweder 1 Glas Sauerkrautsaft oder bspw. Glaubersalz (bei etwas schlechterer Verdauung); alle zwei Tage wiederholen 
  • Täglich bis zu 1 Liter Gemüsesaft (verdünnt und/oder auch gern erwärmt) + mindestens 1,5 l Wasser oder Kräuter- und Fürchtetee 
  • Fastenbrechen: 1-2 Aufbautage nach dem eigentlichen Fasten, d.h. mit leichter Kost anfangen 


Der erste Tag lief erstaunlicherweise sehr gut. Ich hatte zwar in der Mittagspause ein Meeting, aber während die Kollegen ihre Bäuche schön mit Pasta vollschlugen, pickte ich genüsslich in meinen Salat rum. Man könnte jetzt denken, dass ich wahrscheinlich voller Futterneid war, aber Fehlanzeige. Es wurde zwar eine vegetarische Variante angeboten, die eventuell vegan hätte sein können, aber es waren sowieso Weizennudeln, und mit Beginn der Fastenzeiten verzichte ich auch auf Weizenprodukte (bisher sehr erfolgreich). Das Nachmittagstief wollte dann eigentlich wie gewohnt mit etwas zum Knabbern überwundern werden, stattdessen gab es aber einen halben Liter Fitness-Cocktail. Auf „Krass, schmeckt der gesund“ meinerseits folgte schallendes Gelächter von meinen Kollegen. Naja da muss ich jetzt wohl durch.
Der Fitness-Cocktail besteht aus Tomaten-, Rote-Beete-, Möhren-, Sellerie-, Brennnessel-, Löwenzahn-, Artischockensaft und Apfelessig. Getrennt sind es bestimmt super Säfte; vereint wollte mir diese Gemüsekomposition haben einfach nicht schmecken. Der Übeltäter, der den Saft bei mir durchfielen ließ, war bei dieser Zutatenliste natürlich schnell gefunden: der Tomatensaft. Ich bin leider kein Freund von Tomaten. Ich versuche es zwar immer wieder aufs Neue, aber rohe Tomaten bekomme ich einfach (noch) nicht runter.
Bis zum Feierabend hielt ich mich dann mit Tee und Wasser auf Trapp. Daheim angekommen, ruhte ich mich kurz aus und nebenbei lief „Das perfekte Dinner“. Logischerweise kam das bei mir weniger gut an, also hieß es TV aus, und erst einmal Instagram checken. Noch blödere Idee. So genehmigte ich mir dann das letzte Glas Saft für den Tag. In einem Atemzug schüttete ich es runter. So schmeckt es gar nicht mal so schlecht :-) Es war Dienstag und ich hatte mir am Wochenende gesagt, dass es mal höchste Zeit wird mich an meinen Trainingsplan zu halten und so ging es für mich raus auf die Laufstrecke. Geplant war eigentlich eine kurze, lockere, ruhige Runde, aber es wurden dann doch 10 km und das noch nicht einmal so langsam. Während des Laufens fühlte ich mich zu keiner Zeit schlapp und die Gedanken an Essen bzw. an das Nicht-Essen konnte ich auch wunderbar ignorieren. Nach einer Dusche und etwas Wellness verabschiedete ich mich relativ schnell ins Land der Träume.

So wie der erste Tag endete, startete ich auch in den zweiten Tag: Ohne jegliches Hungergefühl bereitete ich meinen Salat und Smoothie vor während ich Kokosöl in meinem Mund umherschuppste (noch eine Fastenzeitchallenge: das tägliche Ölziehen). Nach der Dusche gab es dann wieder ein Glas Sauerkrautsaft. Um ehrlich zu sein, hatte ich vor Beginn des Saftfastens den meisten Respekt vor dem Sauerkrautsaft. Ich esse zwar Sauerkraut, aber ein wirklich großer Fan davon bin ich nun auch nicht. Desto mehr war ich überrascht, wie gut er mir eigentlich schmeckt und auch der Geruch konnte mich nicht abschrecken.
Trotz den vielen Verführungen auf Arbeit, hielten mich mein Smoothie und der Salat sehr gut bei Laune und Kräften. Abends daheim trank ich dann meinen Rest Möhrenmost – sehr lecker. Im Gegensatz zu den gemischten Säften hat der Möhrensaft echt bei mir gepunktet. Vor paar Jahren hatte ich schon mal versucht Möhrensaft zu trinken, da ich ihn laut Aussage meiner Mutti als Kleinkind echt gern getrunken habe, aber ich hab ihn einfach nicht runterbekommen. Doch es heißt ja, dass sich auch die Geschmackszellen verändern und so war ich sehr gespannt – Möhrensaft kommt jetzt wieder öfters ins Haus :-) Leider suchten mich am Abend dann noch starke, pochende Kopfschmerzen in der rechten Kopfhälfte heim, die ich allerdings nicht auf das Fasten schob, und so ging ich rasch ins Bett.

Der dritte Tag fing durchaus positiv an: Kopfschmerzen waren weg und in die Tasche wanderte für die Arbeit ein großer Green Smoothie, Pomelo und Weintrauben für die Mittagspause und der Gemüsemost. Die erste Hälfte vom Smoothie, die Pomelo und Weintrauben hatte ich tatsächlich schon vor dem Mittagessen verputzt. Leider bekam mir daran irgendwas nicht so gut – auf einmal zog sich mein ganzer Magen zusammen. Doof. Vielleicht hilft ja ein bisschen Bewegung und frische Luft. So ging ich dann in die Mittagspause zum Denn’s um mir eine neue Flasche Sauerkrautsaft zu kaufen und spazierte noch ein bisschen durch die Münchner Innenstadt. Da meine Magenkrämpfe aber nicht besser wurden, beschloss ich wieder ins Büro zu gehen. Ab jetzt sah mich die Toilette, wenn auch eher erfolglos, nicht mehr im 30-Minuten-Takt sondern alle 10 Minuten. Anscheinend wollte so langsam die Wirkung vom Sauerkrautsaft einsetzen. Dies hat sich dann leider noch bis zum Abend hingezogen, aber nach einer erfolgreichen Sitzung ging es mir dann endlich wieder besser :-) Nichtsdestotrotz habe ich den geplanten Gemüsemost gegen Kamillentee eingetauscht. Eigentlich hatten wir das Fasten nur für drei Tage geplant, aber da Regina sich richtig entschieden und vorzeitig das Handtuch geworfen hat, haben wir gesagt, dass ich versuche noch bis Samstag zu fasten, schon alleine deswegen, damit wir die Säfte auch aufbrauchen :-)

Nachdem ich am Donnerstag keinen Saft getrunken hatte, bekam am 4. Tag endlich der Gemüsemost seine Chance. Er besteht aus Rote-Beete-, Möhren-, Sellerie-, Kartoffel-, sowie Rettichsaft und Acerolakirschmark. Wie schon erwartet, konnte auch er mich nicht wirklich überzeugen, aber er schmeckt mir um ein Vielfaches besser als der Fitness-Cocktail – enthält halt keinen Tomatensaft ;-) Zusammen mit meinem Green Smoothie und meinem Salat brachte er mich erfolgreich durch den Freitag, auch wenn ich mir am Abend schon ausmalte, was ich am Sonntag alles essen würde :-)
Den Samstag startete ich dann wieder mit einem Glas Sauerkrautsaft bevor ich mich dann mit Regina in der Stadt traf. Wir legten einen kurzen Stopp im Tushita Teehaus ein. Während sie genüsslich einen Matcha-Latte trank, bestellte ich mir einen Detox-Tee. FRECHHEIT!!! Aber der Gedanke an meinen selbstgemachten Matcha-Latte, der ungelogen tausendmal besser schmeckt, konnte mich innerlich besänftigen :-) Die Zeit verging am Samstag wie im Fluge und so reichte mir mein Green Smoothie am Nachmittag und abends trank ich zum Abschluss des Fastens den Rote-Beete-Saft, selbstverständlich aus einem Weinglas ;-) Glücklich und zufrieden über meinen Erfolg bin ich dann auch erst einmal auf der Couch eingeschlafen J


Mein Fazit: 
Ich befasse mich schon seit längerem mit dem Fasten (Heil- und Saftfasten) und war auch immer am Überlegen, ob ich es nicht auch endlich mal ausprobieren soll. So kam mir es natürlich sehr gelegen als Regina mich fragte, ob wir es nicht gemeinsam machen wollten. Auch wenn wir es nicht „ordnungsgemäß“ durchgeführt haben, so habe ich doch einen Einblick bekommen, auf was ich mich einlassen würde. Klar hatte ich die ersten zwei Tage ein sehr großes Verlangen nach Essen, doch gerade der Freitag und Samstag waren rückblickend gesehen ein echter Klacks :-) Für mich steht aber jetzt schon fest, dass ich mir beim nächsten Mal definitiv Urlaub nehmen und eventuell, wie meine Arbeitskollegin auch, extra dafür in ein Hotel mit Wellnessangebot fahren werde :-)

Ich denke, dass, wie bei alle Dingen, die wir uns im Leben vornehmen, beim Fasten v.a. die Motivation und die Einstellung für das Durchhalten am wichtigsten sind. Wäre ich, die als Kind schon immer unter Verstopfungen litt, nicht davon überzeugt, dass es gut ist seinen Darm mal zu reinigen und eine Auszeit zu gönnen, so hätte ich ganz bestimmt noch nicht einmal einen Tag geschafft, denn dafür esse ich auch einfach zu gerne :-) Ich habe gemerkt, wie gut es mir doch eigentlich tut mal einen fast leeren Magen und Darm zu haben und kann es eigentlich nur weiterempfehlen, natürlich sollten einige Menschen vorher einen Arzt konsultieren, am besten allerdings einen Arzt, der das Fasten nicht kategorisch ablehnt :-)

Anmerkung: 
Der Fastenkasten von Voelkel wurde uns von der Agentur sieben&siebzig freundlicher Weise zur Verfügung gestellt. Was wir darüber schreiben und wie lange wir fasten, ist davon nicht abhängig gewesen. Danke!
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